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Stand: 18.03.2015

Engagement

Interview mit einem Sammlerehepaar

 

"Das ist unser täglicher Abendspaziergang"

Caritas Sammler Straubing Die Eheleute Tobias und Beata Schmid sind Caritas Sammler in der Pfarrei St. Elisabeth

Seit sieben Jahren engagieren Sie sich in der Pfarrei St. Elisabeth in Straubing bei der Caritas-Sammlung. Das Durchschnittsalter der Sammlerinnen und Sammler liegt bei etwa 60 Jahren, Sie beide sind Anfang 40. Warum tun Sie das?

Thomas: Ich bin Straubinger und in der Pfarrei St. Elisabeth groß geworden. Ich bin seit fast zehn Jahren im Pfarrgemeinderat und seit 2018 Pfarrgemeinderatssprecher. 

Beata: Wir haben in der Pfarrei St. Elisabeth geheiratet, unsere beiden Kinder taufen lassen, deren Kommunion und Firmung gefeiert. Wir leben hier. Da engagieren wir uns auch gerne.

Und was verbinden Sie mit der Caritas?

Beata: Ich habe mal bei der Caritas gearbeitet, als Pflegehelferin in einem Altenheim. Außer dem Altenheim gibt es auch einen Caritas-Kinderhort bei uns. Mit den Menschen, die in diesen Einrichtungen arbeiten, leben und lernen, verbinden wir Caritas. 

Wie sind Sie zum ersten Mal auf die Caritas-Sammlung aufmerksam geworden?

Beata: Wir kannten die Sammlung natürlich, bevor wir Sammler wurden. Wir haben ja selbst auch gespendet. Einer der Sammler, der bei uns regelmäßig vorbeikam, ist dann erkrankt. Da wurden wir angesprochen, ob wir sein Gebiet übernehmen wollen, als Krankheitsvertretung. Wir haben sofort zugesagt. Und dann sind wir hängengeblieben. 

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Thomas: Da gibt es gute und schlechte Erfahrungen. Manche Leute, die wir antreffen, sind sehr freundlich und großzügig, andere nicht. Als meine Frau beim ersten Mal noch alleine unterwegs war, wurde sie allerdings teils angepöbelt. Wir sind seither nur noch gemeinsam unterwegs und klingeln auch nicht mehr überall. 

Beata: Dann gibt es auch Leute, die warten regelrecht auf uns. Manch’ ältere Dame sitzt bereits am Küchenfenster und winkt uns freudig zu. Ich erinnere mich an eine Frau, die zur Zeit der Sammlung im Krankenhaus war. Zwei Wochen später kam sie nach dem Gottesdienst auf mich zu und sagte: ‚Ich war krank und nicht zu Hause. Aber ich habe trotzdem noch Geld überwiesen!’ Das bewegt mich. Und es gibt auch viele ältere Leute, die wirklich wenig haben, und dann häufig am meisten geben. 

Thomas: Und wenn jemand sagt: ‚Ich bin doch evangelisch!’ Dann sagen wir: ‚Das macht gar nichts.’ (lacht)

Wie läuft die Sammlung für Sie ab?

Beata: Wir gehen in der Sammlungswoche immer nach Feierabend durch unser Gebiet. An den Vormittagen ist ja kaum jemand zu Hause. 

Thomas: Das ist dann unser täglicher Abendspaziergang. (lacht) Wir sind manchmal eine Stunde unterwegs, an anderen Tagen zwei bis drei Stunden – je nachdem wie viele Leute wir antreffen. 

Wie hat sich die Sammlung im Laufe der Zeit verändert?

Thomas: Es wird schwieriger. Es werden einfach immer weniger Spender und immer weniger Sammler. Die jüngeren Leute spricht das nicht mehr so an. 

Warum machen Sie dennoch mit?

Thomas: Weil es für den guten Zweck ist. 

Beata: Und weil viele auf uns warten und mit uns rechnen. 

Erfahren Sie, was mit den Spendengeldern passiert?

Beata: Ja, teils erfahren wir das, der Pfarrer erzählt immer wieder davon. Mit dem Geld kann er unbürokratisch und schnell helfen: Beispielsweise wurden damit für bedürftige Rentner Taxikosten zum Arzt bezahlt, eine Flüchtlingsfamilie wurde unterstützt oder bedürftigen Kindern das Schullandheim finanziert. Wenn wir diese Geschichten hören, motiviert uns das natürlich, auch bei der nächsten Sammlung wieder dabei zu sein.