Ihr Bericht machte deutlich, was die Caritas in vielen Bereichen leistet. Die Sanierung des Marienstifts soll in diesem Jahr abgeschlossen und 90 sanierte Pflegeplätze wieder belegt werden. Sieben Mitarbeiter wurden für 25-jährige Betriebszugehörigkeit geehrt.
Die Caritas konnte im Berichtsjahr 2025 wieder viel bewegen, allerdings, so Angelika Schebelle, "werden die Herausforderungen nicht kleiner". Die Vorsitzende nannte steigende Kosten auf der einen und schwierigere Rahmenbedingungen durch schlechtere Refinanzierung von Maßnahmen auf der anderen Seite.
Angelika Schebelle zeigte die Arbeitsbereiche der Caritas auf, so wurden mehr als 6.000 Integrationsberatungen durchgeführt. Bei der Schuldnerberatung gebe es monatlich über 60 Neuanmeldungen, dies führe zu langen Wartezeiten. "Die Not im Land ist groß, dafür spricht der große Zulauf bei der Schuldnerberatung", so Schebelle. In der Suchtberatung betreffen knapp 70 Prozent die Droge Alkohol, man sei erleichtert, dass die ambulante Reha "Sucht" weitergeführt werden könne. Die Fachstelle für pflegende Angehörige führte im Berichtszeitraum 664 Beratungsgespräche durch, das Pflegeneuordnungsgesetz werde wohl Kürzungen mit sich bringen, wie Schebelle vermutet. Die Kurberatung für 133 Mütter und Väter werde nicht mehr refinanziert und von der Caritas selbst getragen. Der Sonnenzug fuhr bereits zum 48. Mal, zum Jubiläum des 50. Sonnenzugs soll es eine besondere Reise geben, stellte die Vorsitzende in Aussicht. Aus zwei Kitas wurde das Haus der Vielfalt.
Zum Haus der Vielfalt wurden zwei Kindertagesstätten zusammengelegt, so dass es nun acht statt neun Einrichtungen zu betreuen gilt. Es werden laut Schebelle 409 Kinder und Jugendliche aus 45 Nationen betreut. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung fordere die Caritas, weil der Anspruch nicht nur während der Schul-, sondern auch der Ferienzeit bestehe.
Die gemeinnützige Pflege GmbH betreibe in Straubing zwei Einrichtungen mit 150 Plätzen sowie drei ambulante Pflegedienste. Das neugebaute Seniorenheim in Straßkirchen soll noch in diesem Jahr übergeben werden, stellte Angelika Schebelle in Aussicht.
Nicolas Scheidler legte den wirtschaftlichen Bericht vor.
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen entwickelte sich die Caritas stabil, stellte er den millionenschweren Haushalt des Verbandes und der gemeinnützigen GmbH vor. Die Caritas stehe angesichts enormer Herausforderungen unter großem Druck. "Die Spielräume werden enger", so Scheidler, denn Leistungen, die früher problemlos refinanziert wurden, stehen oft auf der Kippe. Dennoch konnten Angebote durch sparsamen Einsatz der Mittel ausgebaut werden.
Bei der gemeinnützigen GmbH sei das wirtschaftliche Umfeld anspruchsvoll, aber es konnte ein positives Ergebnis erzielt werden. Man stehe unter erheblichem Kostendruck, steigende Pflegekosten erhöhen das Risiko von Zahlungsausfällen, die im letzten Jahr um rund ein Drittel zugenommen hätten. Solche Ausfälle ließen sich nie ganz vermeiden, aber der Bezirk trage durch die langen Bearbeitungszeiten ebenfalls dazu bei, wie Scheidler aufzeigte. Trotz des schwierigen Umfeldes konnte man mit einem Überschuss abschließen, beide Träger seien solide aufgestellt, so Nicolas Scheidler.
Mitarbeiter leisten jeden Tag Großartiges
Eines stehe fest, die Caritas werde gebraucht, machte Barbara Unger, Vorsitzende des Caritasrates, deutlich. Die Mitarbeiter leisten jeden Tag Großartiges, hob Unger hervor. Die Sanierung des Marienstiftes sollte im kommenden Monat abgeschlossen werden, so dass 90 vollsanierte Pflegeplätze zur Verfügung stehen. Die Übergabe des Seniorenheimes in Straßkirchen sei für den 30. November vorgesehen. Die rückläufigen staatlichen Zuschüsse und eine schlechtere Refinanzierung seien eine große Herausforderung, es gelte, das Erreichte langfristig abzusichern, machte Unger deutlich.
Sieben Mitarbeiter wurden für ihre 25-jährige Betriebszugehörigkeit mit einer persönlichen Laudatio gewürdigt: Anneliese Weber, Christine Amann, Christa Amberger, Bianca Hundshammer, Hermann Marterer, Christoph Wanninger und Gudrun Poller. -eam-
Straubinger Tagblatt
Montag, den 19.10.2026