Wie lief diesmal die Corona-Reihentestung am Wochenende in den Seniorenheimen ab (Wir berichteten)?
Wir haben nachgefragt beim Marienstift und BRK, das Pur Vital war kurzfristig nicht erreichbar. "Wir haben die Testung als sehr geordnet und sehr profesionell erlebt. Wir haben das im Vorfeld sehr gut durchbesprochen. Es war unser Wunsch, diese Reihentestung durchzuführen", betont die Heimleiterin des Marienstifts, Dr. Sandra Hasslöwer. Man wolle aktiv mit der Situation umgehen und auch einen Status ermitteln. In Absprache mit dem Versorgungsarzt und dem Gesundheitsamt wurde daher die Reihentestung durchgeführt. Alle Mitarbeiter wurden am Hagen getestet, alle Bewohner im Haus. "Wir sind von Zimmer zu Zimmer gegangen, in aller Ruhe mit viel Personal und großem Einsatz des BRK", berichtet Dr. Hasslöwer. "Kein Bewohner hatte ein Problem, weil auch unser Personal mit dabei war. Jetzt warten wir gespannt auf das Ergebnis."
Als tägliches Ritual um 14 Uhr singen im Marienstift Mitarbeiter und Bewohner die Bayernhymne - mit großem Abstand und Schutzkleidung. Damit wird Zusammenhalt demonstriert. Die Mitarbeiter haben die Bewohner im Blick, kein einziger Mitarbeiter habe sich krank gemeldet, keiner habe den Arbeitsplatz verlassen. "Alle sind da und das ist toll", lobt sie das Personal. Die Angehörigen sollen weiter gut informiert werden, jeder könne jederzeit anrufen. "Jedes Anliegen wird ernst genommen." Eine Information werde aktuell vorbereitet. Die Situation ändere sich aber täglich, daher sei kein typischer Infobrief machbar. Die Homepage werde aktuell gehalten.

Ein Dank dem Personal für die Unterstützung Wir hatten ein Hilfeersuchen der Führungsgruppe der Stadt im Auftrag des Gesundheitsamts bekommen, erklärt Marko Pammer, Pressesprecher des BRK-Kreisverbands. "Daher haben wir die Reihentestung mit Zahnärzten und Hausärzten organisiert." In den Häusern wurde stationsweise getestet und dazwischen die Schutzkleidungen gewechselt, um nichts zu verschleppen. Insgesamt waren 18 Tester im Auftrag des BRK im Einsatz. In beiden Häusern, Marienstift und Pur Vital, war "es sehr gut", betont Pammer. So ein Abstrich sei nicht wirklich angenehm, das ist "für uns schon nicht angenehem, für Senioren sicherlich noch viel unangenehmer", vor allem wenn jemand in einem Schutzanzug auftauche. Daher sei man dankbar für die Begleitung des Personals gewesen, zu dem die Bewohner einen Bezug haben. Die Anspannung ist bei Bewohnern und Personal in so einer Situation immer relativ hoch, erklärt Pammer. Daher sei der problemlose Ablauf "doppelt gut" gewesen. Heute führt der BRK-Kreisverband einen weiteren Reihentest durch, im BRK-Seniorenheim in Mitterfels. Für weitere Testreihen stehe man natürlich bereit, und man rechne auch damit.
von Uli Scharrer
SR Tagblatt 21.04.2020