Bürgermeister Alfons Neumeier, Pfarrer Dr. Raphael Mabaka, Sozialpädagogin Barbara Stranninger und Caritas-Geschäftsführer Norbert Scheidler (von links) freuen sich auf die neue Außenstelle der Flüchtlingsberatung.jb
Mit dem Ausbau des Migrationsdienstes im Landkreis hat der Caritasverband Straubing-Bogen auf die steigende Zahl an Flüchtlingen im Landkreis reagiert. Zwei ähnliche Einrichtungen mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen gibt es bereits in Geiselhöring und Laberweinting, nun hat auch Salching eine Asyl- und Flüchtlingsberatungsstelle der Caritas. Seit September unterhält der Kreiscaritasverband bereits eine Beratungsstelle in Mitterfels. Bald soll es auch eine Koordinationsstelle für die zahlreichen Helferkreise geben, die sich in den Gemeinden gebildet haben; diese wird beim Freiwilligenzentrum Straubing angesiedelt sein.
In einer "Vermittlerposition"
Die Asyl- und Flüchtlingsberatungsstelle kümmert sich um Menschen im laufenden Asylverfahren und geduldete Menschen. Somit unterstützt die Caritas Flüchtlinge dabei, sich im Alltag beziehungsweise im gesellschaftlichen und kulturellen Umfeld zurechtzufinden. Sie steht in einer Vermittlerposition zwischen der Beratungsstelle, den Behörden und der Bevölkerung. Dafür stehen vier Sozialpädagoginnen zur Verfügung. Die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer ist zuständig für Menschen mit festem Bleiberecht. Dafür gibt es drei Sozialpädagoginnen. Diese Asyl- und Flüchtlingsberatungsstelle wird von der Sozialpädagogin Barbara Stranninger geleitet.
Hilfe bei der Bürokratie
Barbara Stranninger ist auch zuständig bei Fragen zum Ausländer- und Sozialrecht, bei Kindergarten- und Schulanmeldung sowie bei Fragen zur Partnerschaft und Erziehung. "Die Beratungsstelle ist aber auch für Bürger da, die Bedenken und Vorurteile gegenüber den Asylbewerbern haben", erklärt Kreis-Caritasgeschäftsführer Norbert Scheidler. Bei einem ersten Treffen brachte Bürgermeister Alfons Neumeier sogleich die Sorgen einzelner Bürger vor, die befürchten, dass auch Flüchtlinge aus dem Wartebereich Mitterharthausen die Beratungsstelle Salching in Anspruch nehmen könnten. Laut Scheidler trifft dies jedoch nicht zu.
Viele Helferkreise
Wie in der jüngsten Kreisausschusssitzung dargelegt wurde, wohnen aktuell in 21 Gemeinden Asylbewerber. In fast allen haben sich bereits Helferkreise etabliert, in den restlichen sind sie im Entstehen. Die Ehrenamtlichen vor Ort erteilen Deutschunterricht, unterstützen die Asylbewerber in den verschiedensten Lebenslagen oder organisieren Freizeitangebote.
Koordinierungsstelle
Diese Helferkreise brauchen allerdings selbst ebenfalls Unterstützung - sei es, um einzelne Hilfsangebote zu verbinden, sei es, weil sie rechtliche und praktische Fragen, die im Zusammenhang mit der Arbeit mit Asylbewerbern auftreten, alleine nicht klären können. Das Freiwilligenzentrum Straubing hatte daher die Stadt Straubing und den Landkreis Straubing-Bogen gebeten, eine befristete Vollzeitstelle für diese Aufgabe zu schaffen. Sowohl der Landkreis als auch die Stadt stehen dem Vorhaben einer solchen Koordinierungsstelle positiv gegenüber, sie wollen die Kosten je zur Hälfte übernehmen.