URL: www.caritas-straubing.de/aktuelles/presse/mein-wunsch-an-die-politik
Stand: 18.03.2015

Pressemitteilung

Mein Wunsch an die Politik

Liebl Julia, Dipl. Soz. Päd. B.A.

beraten und helfenDerzeit wird viel über den sogenannten Spurwechsel gesprochen, der besagt, dass Flüchtlinge mit Ausbildung und Job im Land bleiben können. Ich finde es scheinheilig, dieses Angebot nur im Bereich Pflege zu erweitern – nur weil dort gerade großer Nachwuchsbedarf herrscht. Es gibt so viele mittelständische Familienbetriebe, vor allem im Handwerk, die händeringend nach Arbeitskräften suchen – und dann werden ihnen von der Politik so viele Steine in den Weg gelegt. Für mich definitiv ein bayerisches Problem. Man sollte bedenken, dass das ja auch bayerischen Betrieben und der Wirtschaft helfen würde – ganz abgesehen von den Flüchtlingen, die dadurch arbeiten können. Ein zweites Anliegen ist mir das Thema Afghanistan: Gerade Bayern pusht Abschiebungen dorthin. Das ist meiner Meinung nach völlige Ignoranz gegenüber der Realität. Erst kürzlich hat eine UNHCR-Studie gezeigt, dass sich die Situation in Afghanistan deutlich verschärft hat. Ein dritter Punkt, der mir wichtig ist, sind die großen Gemeinschaftsunterkünfte und die Ankerzentren. Gemeinden sind damit überfordert und die Menschen leben in den Unterkünften auf engstem Raum, das Aggressionspotenzial steigt. Die Politik verspricht sich, schneller abschieben zu können – aber die letzten Zahlen zeigen: Es funktioniert nicht. Die Flüchtlinge leben in diesen Unterkünften nicht nur wenige Wochen, sondern Jahre. - phi -

Straubinger Tagblatt, 25.09.2018