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Stand: 18.03.2015

Pressemitteilung

"Super, dass du es machst, ich könnte es nicht"

Die Leute sind dankbar, dass wir hier sind und helfen“, sagt Pflegefachkraft Gudrun Poller. Sie leugnet nicht, dass Pflege körperlich und psychisch beansprucht. An ihrer Entscheidung hält sie jedoch seit ihrer Kindheit fest: „Ich wollte immer in die Pflege. Mir reicht als Anerkennung ein Danke oder Lächeln.“

 

Christa Primbs und Gudrun PollerPflegedienstleiterin Christa Primbs (links) und Pflegefachkraft Gudrun Poller (rechts) arbeiten aus Überzeugung in der Pflege und erhoffen sich auch in Zukunft mehr Zuspruch SR Tagblatt

Gudrun Poller könnte nicht im Büro arbeiten: „Ich wusste das schon als Kind“, sagt sie und lacht. „Von den Bewohnern kommt so viel zurück.“ Praktika, Ferienjob und Ausbildung: Sie hat noch nie an einen anderen Beruf gedacht, betont sie. „Hier ist es noch ein Stück familiärer als im Krankenhaus, weil man die Heimbewohner viel länger kennt und über die Jahre einen intensiven Kontakt aufbaut.“

 

Ein striktes Zeitfenster für einen Heimbewohner gibt es nicht: „Wir versuchen immer, genug Zeit für jeden zu haben“, sagt Gudrun Poller. „Jeder gibt den Bewohnern Zuwendung und spricht mit ihnen. Das ist ihre Heimat und damit es ihnen gut geht, brauchen sie soziale Kontakte“, ergänzt Pflegedienstleiterin Christa Primbs.

„Eine schwere Arbeit, man braucht einen Ausgleich“

Gudrun Poller versteht, warum sich wenige für die Pflege entscheiden: „Eine sehr schwere Arbeit, man braucht einen guten Ausgleich.“ Der Pflegekräfte-Mangel belastet zudem: „Hier im Haus sind wir gut aufgestellt, aber natürlich kann es zu Engpässen kommen.“ Gudrun Poller findet es schade, dass die Pflege oft ein schlechtes Image vor sich her trägt: „Viele wollen gar nicht anfangen. Man hört immer nur die negativen Seiten, obwohl das gar nicht so ist.“ In ihrem Umfeld habe es im Gegensatz dazu viel Zustimmung gegeben: „Super, dass du es machst, aber ich könnte es nicht. Diese Standardaussage höre ich heute auch noch“, sagt Gudrun Poller schmunzelnd. Für sie drücke das jedoch nur aus, dass man wenig Ahnung habe von diesem Beruf. „Mir gefällt die Pflege, sonst hätt’ ich schon gewechselt. Wenn man nicht glücklich und zufrieden ist, hält man es nicht lange aus.“ Mittlerweile werde dem Beruf jedoch mehr Wertschätzung entgegengebracht. „Pflege ist anspruchsvoll. Wir wollen den Leuten etwas Gutes tun und nicht nur Plätze besetzen, weil jemand Arbeit braucht.“

Mehr helfende Hände bringen mehr Zuwendung

Gudrun Poller und Christa Primbs wünschen sich für die Zukunft mehr Köpfe in der Pflege. „Mehr helfende Hände würden auch noch mehr Zuwendung bringen“, sagt Christa Primbs. Das Problem liege im Moment am Personalschlüssel, da seien einem die Hände gebunden. „Würde die Politik mehr Kräfte genehmigen, dann wäre trotzdem der Nachteil, dass die Finanzierung über die Bewohner läuft. Die Finanzierung gehört anders geregelt.“

 

Das hätte leider viel eher passieren müssen, „weil man heute schon fast kein Personal mehr findet“. Beide fragen sich, wie die Zukunft aussehen werde, denn Pflegekräfte werden in den kommenden Jahrzehnten noch mehr gebraucht als je zuvor.

 

Beide möchten „Leuten den Lebensabend verschönern und ihnen etwas Gutes tun“. Sie hoffen, dass sich der Zuspruch für die Pflege weiter erhöht. Nicht nur Gudrun Poller steht hinter dem Pflegeberuf, auch Christa Primbs würde diesen nicht aufgeben: „Ich würde mich immer wieder dafür entscheiden und in der Pflege lernen. Man muss es einfach ausprobieren und dann kann man entscheiden, ob dieser Beruf etwas für einen ist.“

SR Tagblatt  05.10.2019

 


Info

 

Wir zeigen die schöne Seite, natürlich sagen wir aber auch, dass der Beruf sehr anstrengend ist“, sagt Pflegedienstleiterin Christa Primbs. Wer sich für eine Ausbildung oder ein Praktikum interessiert, kann sich an das Alten- und Pflegeheim Marienstift an der Pater-Josef-Mayer-Straße 23, unter Telefon 09421/12325 oder per E-Mail an marienstift@caritas-straubing.de melden